NEWS und die öffentlichen Gelder

Staatliches Geld für News

Staatliches Geld für News

Das wöchentlich erscheinende multikulturelle Kampagnenblatt, das in der Vergangenheit gefordert hat, daß dem Freiheitlichen Bildungsinstitut öffentliche Gelder entzogen werden, weil Elisabeth Sabaditsch-Wolff dort Seminare abhalten durfte, hat es sich im Faulbett der sprudelnden öffentlichen Gelder sehr bequem gemacht: Insgesamt zehn ganze Seiten Inserate von öffentlichen und halböffentlichen Unternehmen, sowie Unternehmen mit öffentlicher Minderheitsbeteiligung konnten wir entdecken.

Eventuelle Gefälligkeitsanzeigen der Großindustrie für Großaufträge der Stadt Wien konnten wir – da nicht nachweisbar – da nicht miteinbeziehen. Auch die Schwesterblätter von NEWS inserieren regelmäßig.

NEWS scheint offenbar Probleme zu haben, auf dem freien Markt Werbegelder anzuziehen. Wir vermuten, daß das damit zusammenhängt, daß Leute mit einem Bedürfnis nach “dramaturgischem Journalismus” à la Veronika Dolna sich lieber einen Roman als das Hochglanzkäseblatt kaufen.

Aber nicht nur bei den Werbegeldern gibt es Probleme. Auch bei der Auflage wird ordentlich getrickst: Mindestens sämtliche Dauerkartenbesitzer der Österreichischen Bundesligavereine der Saison 2009/2010, die ihr Abo nicht verlängert haben, erhalten das mit der Dauerkarte verbundene Gratisabo von NEWS weiterhin frei Haus und ohne Berechnung.

Nun aber zur Anzeige. Die erste ist doppelseitig kommt von den Wiener Stadtwerken, standesgemäß auf den Seiten 2 und 3 – gleich hinter dem Cover:

News Anzeige 1

News Anzeige 1

News Anzeigen 2

News Anzeigen 2

Laut Eigenbeschreibung

Die Wiener Stadtwerke Holding befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Wien. Eigentümerin ist damit letztlich die gesamte Wiener Bevölkerung

sind die die Wiener Stadtwerke der Wiener Bevölkerung als Eigentümer verpflichtet. Daß es von dieser einen Auftrag zur Subventionierung von marktversagendem “investigativem Journalismus” gibt, ist uns nicht bekannt.

Die nächste Anzeige ist ganzseitig, kommt vom Verbund und ist direkt neben der ersten Seite, die das Boulevardblatt mit “Politik” betitelt:

News Anzeigen 3

News Anzeigen 3

Auch beim Verbund, dessen Aktionärsstruktur so aussieht,

und der seit der “Großen Österreichischen Stromlösung” im de facto wettbewerbsfreien Raum agiert,finden wir in den Unternehmenszielen keinen Auftrag zur Erhaltung eines nicht überlebensfähigen, politisch korrekten Journalistenbiotops.

Weiter geht´s. Die drittelstaatliche OMV zeigt den Finanzchef einer türkischen Tochterfirma ganzseitig:

Ob das unter das Sponsoringprojekt “Mit Lesen mehr bewegen?” fällt? Oder wurden da alte Seilschaften zum SPÖ-Protektionskind Ruttenstorfer, der dort als Vorstandsvorsitzender fungiert, wieder zum Leben erweckt?

Die Wien Energie steht Ihrer Muttergesellschaft, den Wiener Stadtwerken um 1 Seite nach. Statt doppelseitig wie die Konzernmutter inseriert das öffentliche Unternehmen nur auf einer ganzen Seite:

Die Eigentümerstruktur der Wiener Energie setzt sich – erraten! – einzig und allein aus der Stadt Wien zusammen:

Die Wien Energie GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Wiener Stadtwerke Holding AG und steht damit im Eigentum der Stadt Wien.

Wenn schon die Tochterunternehmen brav zahlen, darf sich der Papa nicht lumpen lassen. Und so sponsort auch Michaels Häupl Stadt Wien brav und macht Werbung für eine städtische Gratiszeitung:

Im Sinne von “Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s völlig ungeniert” eifert die Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) ihrem Genossen Häupl nach und teilt den NEWS-Lesern auf 2 Seiten mit, daß Leute mit Visionen von ihr nicht zum Arzt, sondern in die Wirtschaft geschickt werden:

Wir glauben es ihr aufs Wort, denn in der österreichischen Infrastrukturpolitik sind schon lange mehr keine Visionen aufgetaucht.

Beinahe schon knausrig wirkt da das halbseitige Inserat der zu 52,8% in ÖIAG-Besitz stehenden Post.

Ein besonderes Weihnachtsgeschenk hat die Mobilkom für das anzeigenschnorrende Revolverblatt parat.
Während die Konkurrenten T-Mobile auf einer Viertelseite und telering auf einer halben Seite ihre Weihnachtsaktionen unterbringen, ist das dem teilstaatlichen Mobilfunkbetreiber (28,42% ÖIAG-Anteil) eine ganze Seite wert:

Der ORF hat zwar kein Geld, um ein Reporterteam zum Prozess von Elisabeth Sabaditsch-Wolff zu schicken, für ein ganzseitiges NEWS-Inserat reichen die Zwangsgebühren trotz Oberhauser-Abfindung aber allemal:

Vielleicht hält es den Untergang des Rotfunks zum zwei Tage auf.

Last, but not least die cash-cow des Finanzministers. Die Österreichischen Lotterien sehen offenbar in NEWS ihre Zielgruppe für Brieflos und ToiToiToi bestens vertreten und schießen Geld für eine halbe Seite in den Wind:

Wenn man jetzt noch die Anzeigen der Schwesterzeitungen e-media, TV media, woman, etc abzieht, dann wird es zappenduster im Hause NEWS. Der Kontostand wäre wohl ohne diese Hilfen roter als eine Wiener Alleinregierung.

Wir können nur Vermutungen anstellen, was so ein Inserat kostet.

Dann multiplizieren wir diesen Betrag mit der Anzahl der Seiten und dann mit der Anzahl der Wochen. Herauskommen wird ganz sicher am Ende eine siebenstellige Summe herauskommen. Diese Summe wird großteils von Kunden bezahlt, die keine Wahl haben. In Wien ist es praktisch unmöglich, den Stromanbieter zu wechseln. Selbst wenn man es will, bekommt man keine Angebote. Man kann auch seinen Müll nur von den Stadtwerken entsorgen lassen. Und es werden hierzulande ausschließlich von der OMV raffinierte Treibstoffe verkauft, wenn auch unter anderen Markennamen.
Und dieses Medium leht sich aus dem Fenster und fordert allen Ernstes die Streichung von Subventionen für eine mißliebige politische Strömung!
Wieviel billiger wäre unser aller Leben, wenn diese staatsnahen Geldverbrennungsmaschinen nicht Fußballklubs und Revolverblätter sponsorn würden?

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3 Responses to NEWS und die öffentlichen Gelder

  1. netrider says:

    Guter Artikel und vollkommen richtig, aber sowas nennt man dann dauerhaften Wahlkampf. Nur Regimetreue wird halt mit Geld auf dem einen oder anderen Weg belohnt, ist leider nirgendwo auf der Welt anders…

  2. Pingback: NEWS deckt den Lügner Schakfeh - Der Fall Elisabeth Sabaditsch-WolffRedefreiheit in Gefahr – Der Fall Elisabeth Sabaditsch-Wolff

  3. Pingback: Warum verschweigen News und Schakfeh das „Paradies“? « SOS – ÖSTERREICH

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